Arzneien zum Tropfen richtig dosieren

Bei Medikamenten unterscheidet man zwischen äußerlich und innerlich anzuwendenden Produkten. Mittel zur innerlichen Anwendung nimmt man über den Mund ein, also oral. Dazu gehören feste Arzneiformen wie Tabletten, Dragees oder Kapseln und auch flüssige Zubereitungen wie Tropfen und Säfte.

Flüssige Arzneimittel wirken schneller, da der Wirkstoff schon in gelöster Form vorliegt. Vor allem für Kinder und ältere Menschen sind Säfte oder Tropfen geeignet. Denn man kann sie leicht schlucken und gut an das Alter und das Körpergewicht anpassen.

Werden Tropfflaschen allerdings nicht richtig gehalten, kommt es zu falschen Dosierungen. Abweichungen von bis zu einem Viertel der Soll-Dosis sind möglich.

Grundsätzlich wird zwischen Fläschchen mit Zentraltropfern (Senkrechttropfern) und Randtropfern (Waagerechttropfern) unterschieden. Typisch für Zentraltropfer sind die mittig angeordnete Austrittsröhre für die Flüssigkeit und der im Gegensatz dazu nicht zentral befindliche Lufteintrittskanal. Dagegen besitzen Randtropfer nur eine einfache Öffnung mit oder ohne Abtropfrille.

Wird ein Medikamentenfläschchen mit Zentraltropfer nicht senkrecht gehalten, verringert sich die Masse der abfallenden Tropfen. Je nach Neigungswinkel des Fläschchens kann die Dosis des Wirkstoffs um bis zu 25 Prozent vermindert sein. Bei Arzneimitteln mit großer therapeutischer Breite wie etwa pflanzlichen Hustentropfen ist dies weniger relevant aber etwa bei Medikamenten gegen Depression kann diese Abweichung von immenser Bedeutung sein.

Die bevorzugte Flaschenhaltung der Patienten beim Dosieren ihrer Arzneitropfen ist die schräge. Was ist der Grund dafür? Eine Schrägstellung der Flasche verringert die Tropfgeschwindigkeit. Geht es manchen Patienten nicht schnell genug beim Tropfen ihrer Arzneimittel, stellt vor allem für Senioren, geriatrische Patienten oder Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson das Tropfenzählen eine wahre Herausforderung dar. Manche Arzneimittel tropfen tatsächlich mit rasanter Geschwindigkeit aus der Flasche – drei bis vier Tropfen pro Sekunde. Zu schnell für diese Patientengruppe, denn sie können mit diesem flotten Tempo beim Zählen nicht Schritt halten. Sie helfen sich dann auf ihre Art, halten die Flasche schräg, damit es langsamer tropft und sie besser zählen können. Der Nachteil ist nur: Sie dosieren ihr Arzneimittel falsch.

Fragen Sie Ihren Apotheker, Ihre Apothekerin oder PTA, wenn Sie ein Medikament in Tropfenform erhalten, was beim Dosieren zu beachten ist, ob das Fläschchen senkrecht oder schräg zu halten ist. Ihre Apotheke vor Ort beantwortet Ihnen gern Ihre Fragen.